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FIP - Feline Infektiöse Peritonitis

Hintergrundinfos:
FIP ist eine progressive Erkrankung der Katzen und Katzenartigen (Luchs, Löwen, und andere), die in den meisten Fällen tödlich verläuft. FIP wird durch eine Mutante des felinen Coronavirus (FCoV) verursacht. Dabei handelt es sich um ein behülltes Virus von ca. 100 nm Durchmesser mit einem einzelstrang RNA Genom. Wegen seiner Lipidhülle ist das Virus gegenüber Desinfektionsmitteln wenig stabil, in der Umwelt kann es aber über Wochen infektiös bleiben. Das FCoV ist ein enterisches Virus, welches in der Katzenpopulation weit verbreitet ist und in der Regel milden Durchfall verursacht. FIP Viren sind Mutanten des FCoV, die morphologisch und antigenetisch praktisch nicht unterschieden werden können. Die Ursache für die Spontanmutation, die das wenig pathogene FCoV zu einem hochpathogenen FIP - Erreger werden lässt, ist nicht bekannt.

Wie wird FIP und FCoV übertragen?
Das FIP- und Coronavirus wird in den Faeces und im Speichel und Sekreten von infizierten Katzen gefunden. Der direkte Kontakt und die fäkal - orale Route sind die wichtigsten Wege der Übertragung. FIP soll auch intrauterin übertragen werden können.

Was sind die Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus?
Eine Infektion mit dem FCoV führt nach einer Inkubationszeit von zwei Tagen in den meisten Fällen zu mildem Durchfall. Eine infizierte Katze scheidet das Virus für eine kurze Zeit aus und ist danach symptom- und virusfrei. Einige Katzen können sich jedoch der Viren nicht vollständig entledigen und scheiden das Virus über lange Zeit intermittierend aus. Diese Katzen gelten als persistierende Ausscheider.
In einigen Fällen kann das FCoV spontan zu einem FIP Virus mutieren und hoch virulent werden. Eine geschwächte zelluläre Immunantwort, eine gleichzeitige Infektion mit FeLV oder FIV können die Entwicklung der FIP begünstigen. Bei einer langsamen Ausbreitung des Virus entwickelt sich eine sogenannte „trockene FIP“ mit multiplen Granulomen im Körper. Bei einer rasanten Virusausbreitung entsteht die „feuchte FIP“ die durch Ansammlung von Flüssigkeit im Abdomen und/oder im Thorax gekennzeichnet ist. Mischformen zwischen feuchter und trockener FIP werden beobachtet.

Gibt es begünstigende Faktoren für eine FIP?
Die Hauptvoraussetzung für eine FIP ist die Infektion mit dem FCoV. Entsprechend ist die Art der Haltung und der Kontakt mit anderen Tieren sehr wichtig. Tiere, die alleine und zu Hause gehalten werden haben entsprechend ein geringes Risiko an einer FIP zu erkranken. Für Katzen in Tierheimen und Grossfamilien ist das Risiko entsprechend grösser. Nach einer Infektion mit dem FCoV ist das Risiko eine FIP zu entwickeln unter anderem abhängig vom Alter und der Immunitätslage. Junge (3 Monate bis 2 Jahre) und alte Katzen (ab 10 Jahren) sind bevorzugt betroffen. Wie erwähnt unterstützen eine gleichzeitige Infektion mit FIV oder FeLV die Entwicklung zur FIP.

Wie präsentieren sich FIP Katzen?
Feuchte FIP
Die exsudative oder feuchte FIP fängt häufig mit Fieber, Gewichtsverlust, Lethargie und Anaemie an. In 70% der Fälle entsteht ein Erguss in den Bauchraum, in 20% in den Brustraum und in 10% in Brust- und Bauchraum.
Chemie:
Bilirubin (total, direkt): +
Protein: ++
Globuline: ++
Albumin: -/=

Status/Diff.
Leukozyten: ++
Neutrophile: ++
Lymphozyten: -/=
Erythrozyten: -/=

Harn:
Albumin: +
Bilirubin: +

„FIP-Titer“: >1:400
Virusnachweis (RT-PCR): Blut (+/-), Punktat +, Faeces +

Pleural-/Aszitesflüssigkeit:
Spez. Gew.: >1017 g/l
Protein: > 50 g/l
Leukozyten: > 25’000/µl (Neutrophile, M0)

Trockene FIP
Trockene FIP ist viel seltener als die feuchte FIP. Es sind chronischer Gewichtsverlust, Fieber, Inappetenz und Lethargie zu beobachten. Die typischen Granulome können sich in verschiedenen Organen entwickeln und entsprechend dem betroffenen Organ typische Symptome verursachen. So kann es zu neurologischen Symptomen wie Lähmungen, Zittern, Verhaltensänderungen, usw. kommen. Häufig sind die Leber und Nieren betroffen, was sich in den entsprechenden Laborwerten (2) widerspiegelt.
Chemie:
Harnstoff: +/++
GOT (AST): +/++
Protein: +/++
Globuline: +/++
Albumin: =

Status/Diff.
Leukozyten: ++
Neutrophile: ++
Lymphozyten: -
Erythrozyten: -
„FIP-Titer“: >1:400
Virusnachweis (RT-PCR): Blut (+/-), Faeces +

Wie wird eine FIP diagnostiziert?
Die Diagnose einer FIP muss sowohl Anamnese (Haltung), klinische Befunde und Laborwerte umfassen. Leider genügt weder ein positiver Antikörpertiter noch der Virusnachweis mit der RT-PCR um die FIP einwandfrei zu diagnostizieren. Diese beiden Tests bestätigen lediglich eine Infektion mit dem FCoV. Um eine Diagnose breit abzustützen sollte das „FIP screening“ veranlasst werden. Diese umfasst Blutstatus, Differential Blutbild, Billirubin, Gesamtprotein, Albumin/Globulin - Quotient, und FIP Titer. Typischerweise steigt der FIP Titer bei einer an FIP erkrankten Katze über die Schwelle von 1:400 (Grenztiter). Niedrigere Titer können sich jedoch zu Beginn der Krankheit oder nach Erschöpfen des Immunsystems ergeben. Zusätzlich zur FIP Abklärung empfehlen wir den Virusnachweis mit RT-PCR aus einem Erguss oder aus dem Kot.

Bekämpfung der FIP
Die Bekämpfung der FIP besteht in erster Linie in der Verminderung des Virusloads. Dies wird durch die Erkennung und Eliminierung von Dauerausscheidern erreicht. Wir empfehlen dafür eine viermalige Untersuchung des Kots im Abstand von einer Woche bei allen Tieren eines Kollektivs mit der RT-PCR. Wir amplifizieren eine konservierte Region aus dem Coronavirus 7b Gen (1).
Für weitere Informationen verweisen wir auf (3)

Welches Probenmaterial kann untersucht werden? Kosten?
FIP-Abklärung (Status, Diff., Bilirubin, Protein, Albumin/Globulin Quotient, FIP Titer)

  • EDTA-Blut
  • Kosten (exkl. MwSt.): Fr. 58.-

RT-PCR
  • Punktat, Faeces oder Kottupfer, evtl. EDTA Blut
  • Kosten (exkl. MwSt.):60.-

FIP-Titer
  • Serum, EDTA
  • Kosten (exkl. MwSt.):30.-

Für die viermalige Untersuchung von Kot mit RT-PCR (siehe oben) können wir nach Rücksprache einen Spezialtarif vereinbaren.

Literatur.
1)Poland et al. (1996): Two related strains of Feline Infectious Peritonitis Virus isolated from immunocompromised cats infected with a Feline Enteric Coronavirus. J. Clin. Microbiol. 34:12
2)Charles H. Sodikoff (2001): Laboratory Profiles of small animal diseases
3)Schmidt & Horzinek (1992): Krankheiten der Katze. Kapitel 10. (H. Lutz) Virusinfektionen. Gustav Fischer Verlag, Jena, Stuttgart .